Glossar

Familienverfassung im Familienunternehmen: Was und wie

In Familienunternehmen sind die zermürbendsten Probleme oft nicht technischer, sondern zwischenmenschlicher Art: Wer darf im Unternehmen arbeiten? Wie wird der Gewinn verteilt? Wer erhält die Anteile?

Inhalt

Thema Beispielregelung
Werte und Vision Gemeinsame Ziele von Unternehmen und Familie
Rolle der Familienmitglieder Kriterien für Mitarbeit, Eintritt in das Leitungsgremium und Einstellung
Gewinnverteilung Dividendenpolitik, Reinvestitionsquote
Anteilsübertragung und Ausscheiden Grenzen für Verkäufe außerhalb der Familie, Vorkaufsrecht, Bewertungsmethode
Entscheidungsfindung Familienrat, Sitzungsordnung
Streitbeilegung Zuerst Verhandlung, dann Mediation
Nachfolge Übergabe der Leitung und Ausbildungskriterien

Rechtsnatur und ergänzende Instrumente

Eine Familienverfassung ist ein Grundsatztext. Bestimmungen, die bindend sein müssen, können Sie in diese Instrumente übertragen:

  • Gesellschaftsvertrag: Regelungen zu Anteilsübertragungen und Beschlüssen.
  • Gesellschaftervereinbarung: Für die Parteien bindende Pflichten.
  • Testament und Erbvertrag: Anteilsübertragung und Nachlassplanung. Die Pflichtteile der Erben sind zu berücksichtigen.
  • Ehevertrag: Zum ehelichen Güterstand.

Schritte zur Erstellung

  1. Ziele: Eine gemeinsame Vision wird mit den Familienmitgliedern besprochen.
  2. Bestandsaufnahme: Anteilsstruktur, Rollen und aktuelle Probleme werden erfasst.
  3. Entwurf: Grundsätze und Abläufe werden schriftlich festgehalten.
  4. Einigung: Der Text wird mit den Familienmitgliedern geteilt und unterzeichnet.
  5. Rechtliche Umsetzung: Erforderliche Bestimmungen werden in Gesellschaftsvertrag und Verträge übernommen.
  6. Überprüfung: Aktualisierung in regelmäßigen Abständen.

So unterstützt Denova

In unserer Organisationsberatung begleiten wir die Erstellung der Familienverfassung und überführen sie gemeinsam mit der Rechtsberatung in Regelungen des Gesellschaftsvertrags und in Verträge.

Häufige Fragen

Ist eine Familienverfassung rechtlich bindend?

Für sich genommen ist sie kein gesetzlich geregeltes Dokument. Sie ist eher ein Grundsatz- und Verständigungstext zwischen den Familienmitgliedern. Bestimmungen, die bindend sein sollen, gehören in den Gesellschaftsvertrag, eine Gesellschaftervereinbarung oder notarielle Verträge.

Wann sollte sie erstellt werden?

Bevor Probleme auftreten, am besten vor einem Generationswechsel oder vor dem Eintritt neuer Familienmitglieder in das Unternehmen. Nach Beginn eines Streits ist eine Einigung viel schwerer.

Passende LeistungOrganisationsberatung

Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Jeder Fall muss nach seinen eigenen Umständen beurteilt werden. Maßgeblich ist das türkische Recht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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